Photodynamische  Tageslicht-Therapie (PDT)

 

 

Aktinische Keratosen sind Vorstufen bzw. Frühformen des weißen Hautkrebses, welche durch die langjährige Sonneneinwirkung im Laufe des Lebens entstehen und immer häufiger werden, insbesondere an der Kopfhaut, dem Gesicht und den Handrücken sowie Unterarmen. Es zeigen sich anfangs rötliche bis braune leicht raue Flecken, welche im Laufe der Zeit oft eine weiße Kruste ausbilden (Hyperkeratose) und in weißen Hautkrebs übergehen können. Mittlerweile sind aktinische Keratosen auch als Berufskrankheit bei bestimmten Berufen mit Sonnenexposition anerkannt.

 

Eine der wirkungsvollsten, am wenigsten aufwändigen und großflächig in einer Sitzung durchführbaren Therapien ist die photodynamische Therapie (PDT). Dabei wird eine lichtsensibilisierende Creme (Aminolävulinsäure oder ALA) flächenhaft auf die geschädigten Hautareale aufgetragen und danach mit Licht bestrahlt. Da die geschädigten Hautzellen die Creme erheblich mehr aufnehmen, sterben diese dadurch ab, die gesunden Haut ist nur leicht gerötet und wird durch diesen Prozeß sogar verjüngt (Skin Rejuvenation).

 

Bisher war ein Problem der konventionellen PDT die Schmerzhaftigkeit, da eine hohe Lichtdosis in kurzer Zeit mit einer Speziallampe verabreicht wurde. Neue Entwicklungen führten zur Entwicklung der sogenannten Tageslicht-PDT (Daylight-PDT). Dabei wird das natürliche Sonnenlicht als Aktivator der Spezialcreme eingesetzt, welches über einen längeren Zeitraum von ca. 2 Stunden einwirkt (dosimetrisch kontrolliert), zum Beispiel indem der Patient spazieren geht  (möglich bei Temperaturen größer als 12 Grad Celsius, also in der Regel von März bis Ende Oktober) oder eine neuartige Tageslicht-Lampe in der Praxis verwendet wird. Diese Tageslicht-PDT ist annähernd schmerzfrei, Patienten berichten zumeist nur über ein leichtes Kribbeln oder Brennen. In der Regel sind 2 Sitzungen im Abstand von ca. 4 Wochen erforderlich.

 

Als neuste Entwicklung zur Wirkungsverstärkung führen wir diese Tageslicht-PDT auch nach Vorbehandlung mit einem modernen,  fraktionierten, abtragenden Laser durch. Durch den Laser werden zum einen bei ausgeprägten Keratosen die Krusten abgetragen, zum anderen in die normale Hautoberfläche winzige Löcher eingebracht, sodaß die ALA-Creme besser eindringen und wirken kann (laseruntertützte Wirkungsverstärkung).

 

Insgesamt ist diese Therapiemethode eine der wirkungsvollsten mit sehr guten ästhetischen Ergebnissen. Häufig können hierdurch Operationen vermieden werden, welche Narben hinterlassen und auch nur punktuell ansetzen, da nicht nur die aktuell sichtbare aktinische Keratose ein Problem darstellt, sondern auch in der Umgebung zumeist noch nicht sichtbare, sogenannte subklinische, Hautkrebsvorstufen bestehen. Durch die großflächige Therapie mittels PDT werden auch diese miterfasst. Im Vergleich zu den anderen großflächigen Therapiemöglichkeiten mit unterschiedlichen wirkstoffhaltigen Cremes ist die Tageslicht-PDT komfortabler, da diese häufig mehrere Wochen bis Monate angewendet werden müssen und oft starke Nebenwirkungen haben, zudem wird die PDT unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt.